Das neue Hotel „Krønasår - The Museum-Hotel“

Sechstes und neuestes Hotel des Europa-Park an der kommenden Wasserwelt/ Innovatives Konzept/ Die Hotelgäste sind eingebettet in die Rulantica-Geschichte

Beginnt hier schon Skandinavien?
Es scheint so: Bis auf sieben stockwerke strebt
 das Hotel kurz vor Rust empor. Es setzt sich aus mehreren, aneinandergereihten oder miteinander verzahnten Gebäuden zusammen und mutet an, als sei eine nordische Küstenmetropole wie Kopenhagen nach Südbaden verpflanzt worden: Das „Krønasår – The Museum-hotel“ ist eröffnet. Der Prachtbau grenzt unmittelbar an die Wasserwelt Rulantica, die ebenfalls vor der Vollendung steht. Es ist das sechste Hotel des Europa-Park. Außerdem ist es „das Projekt der achten Generation“ der Unternehmerfamilie Mack.

So beschreibt es Thomas Mack. Er und sein Bruder Michael bilden mit ihrem Vater Roland sowie ihrem Onkel Jürgen Mack die Geschäftsführung des Europa-Park. Als Geschäftsführende Gesellschafter treiben sie maßgeblich die Umsetzung der neuen Wasserwelt samt Hotel voran, gemeinsam mit ihrer Schwester und Diplom-Architektin Ann-Kathrin Mack. Die Verwirklichung des Projekts
auf der grünen Wiese fühle sich so an wie die Gründung des Europa-Park durch den Vater und den Großvater in den 1970er jahren, erklärt Thomas Mack. „Die Erweiterung unseres Gesamtangebotes und die Verwirklichung dieser einzigartigen Wasser-Erlebniswelt sind ein wichtiger Schritt zur Standortsicherung“, betont er. „Zudem schaffen wir rund 550 neue Arbeitsplätze, wovon circa 250 stellen auf das Erlebnis-Hotel entfallen.“

Hotel erzählt Geschichte

Der Neubau ist aber nicht nur ein Blickfang – er setzt auch mit einem innovativen Konzept Maßstäbe. „Zum ersten Mal wird nicht nur ein Land repräsentiert, sondern auch eine dahinter stehende Geschichte erzählt“, erklärt Ann-Kathrin Mack. Das neue Hotel ist stilistisch und inhaltlich eingebettet in die vielfältige Rulantica-Phantasie des gesamten Wasserparks und des „Adventure Club of Europe“ (ACE). Sie wird bereits seit mehreren Jahren entwickelt. Erzählt wird die Geschichte zweier Waisenkinder, die sich in einem Naturkunde-Museum verstecken und von dort aus auf eine fantastische Reise zu einer sagenumwobenen, nordischen Insel aufbrechen: Rulantica. Im „Krønasår“ hat die Geschichte somit ihren Ursprung. Dort entdecken die beiden Kinder die Wahrheit über die als Seemannsgarn verschrieene Insel und brechen zu ihrem Abenteuer auf.

Die Menschen sehnen sich nach Geschichte.
(Thomas Mack)

 Hygge (gesprochen Hügge) steht für skandinavische Gemütlichkeit. Das „Krønasår“ verbindet dieses Lebensgefühl mit spannenden Abenteuern.

„Die Menschen sehnen sich nach Geschichten“, ist Thomas Mack überzeugt. Die Rulantica- Phantasie aber in einem wirklichen Hotel zu Stein werden zu lassen, war dann eine äußerst komplexe Angelegenheit. „Viele Schritte liefen parallel“, erläutert der geschäftsführende Gesellschafter. Es war wie bei einem Puzzle, das sich aus schier unendlich vielen Vorbereitungen, Planungen, Sitzungen, Beratungen und Einzelentscheidungen zusammengefunden hat. Beispielsweise hat auch die Mitarbeitersuche und -schulung schon lange begonnen. Zudem wollte der detailverliebte Reichtum an Dekorationen, für den der Europa- Park berühmt ist, zusammengetragen sein.

„Ann-Kathrin und ich sind unter anderem nach Hamburg geflogen, um originale Taucheranzüge, Lampen und sonstige Seemanns-accessoires zu kaufen“, erklärt Thomas Mack. Weitere reisen führten sie zu Studienzwecken in alle Länder Skandinaviens. „Man muss die Kultur verstehen und die Menschen kennenlernen“, betont Mack.
Facts Hotel

Bauzeit
siet 2017

1.300
Betten

28
liebevoll inszinierte Suiten

276
thematisierte Zimmer

7
Stockwerke hoch

Kreative Power: Die beiden Architektinnen Ann-Kathrin Mack (links) und 
Hanni Neumeier prägen die Atmosphäre des neuen Hotels.

Schlaflos wegen der Farbauswahl

Für seine Schwester Ann-Kathrin ist das „Krønasår“ die erste große Aufgabe nach ihrem Architektur-Studium. „Das war enorm spannend, eine Riesenchance und auch nicht selbstverständlich, gleich so ein Riesenprojekt mit auf die Beine zu stellen“, sagt sie. Vor allem bei den Fassaden habe es viele Diskussionen gegeben – „die Farbauswahl hat mich die eine oder andere schlaflose Nacht gekostet. Und die Oberflächen der Möbel sowie auch die Vorhänge haben wir zigmal verändert. Bis wir zufrieden waren, verging etwa ein Jahr.“

Beim Betreten des „Krønasår“ kommt der Gast zunächst in eine gewaltige Lobby – einen hohen, offenen Raum bis zum siebten Stockwerk. Von der Decke hängt das Skelett der riesigen Meeresschlange „Svalgur“ herab. Sie ist Teil der Geschichts- und Themenwelt rund um Rulantica. Viele weitere solcher Exponate stellen die Verbindung zum Adventure Club of Europe her.

Auch die Flure und einzelnen Zimmer sind geprägt von Entdeckerkarten, Vitrinen sowie Bücherregalen und stecken voller Ausstellungsstücke. Bis zu 1.300 Gäste können im „Krønasår“ übernachten. Das Hotel für Entdecker bietet 276 thematisierte Zimmer und 28 liebevoll inszenierte Suiten.

Skandinavische Küche zu entdecken
Zum gastronomischen Angebot sagt Thomas Mack: „Wir decken eine sehr große Bandbreite unterschiedlicher Speisen ab. Ob kleiner oder großer Hunger – wir bieten für jeden das Richtige.“ Durch das gesamte Speisenangebot zieht sich als roter Faden die skandinavische Küche. Die Gerichte sind zusammen mit dem dänischen Koch Brian Bojsen, bekannt aus der ZDF-Sendung „Küchenschlacht“, entwickelt worden. Die Gäste können unter anderem wählen zwischen dem großzügigen À-la-carte-Restaurant Bubba Svens und dem Fine-Dining-Restaurant Tre Krønen.

Außerdem kann man bei gutem Wetter auf großzügig gestalteten Terrassen mit über 600 Sitzplätzen an einem 4.500 Quadratmeter großen See sitzen. Auch in der Bar Erikssøn bleibt das übergreifende nordisch-maritime Gestaltungsthema bestehen: Die nach dem isländischen Entdecker Leif Eriksson benannte Bar erstreckt sich direkt hinter dem Eingangsfoyer über zwei Stockwerke. Mit modernster Veranstaltungstechnik erweitern zudem zwei vielfältig nutzbare Veranstaltungsräume im „Krønasår“ das Confertainment-Angebot des Europa-Park. Thomas Mack ist sich sicher: „Unser „Krønasår“ wird von sich reden machen.“

Es ist angerichtet: Beim Probekochen im „Krønasår“ freuen sich (von links) Julian Scheibel (Küchenchef Tre Krønen), Holger Strütt (Küchendirektor „Bell Rock“ und „Krønasår“), Thomas Mack (Geschäftsführung Europa-Park), Friedrich Mayer (Küchenchef „Krønasår“ und Rulantica) sowie Gastro-Berater Brian Bojsen auf die Gäste.

Vom Nordmeer an die Restaurantdecke

Durch meterhohe Wellen und peitschenden Regen hat es sich gekämpft, an Eisschollen und zugefrorenen Fjorden ist es vorbeigesegelt – und es hat eine geschichtliche Erkenntnis in einem Praxistest bewiesen: Wer im neuen Europa-Park-Hotel „Krønasår“ ins À-la-carte- Restaurant Bubba Svens kommt, dessen Blick bleibt unweigerlich an der Decke haften. Dort hängt ein großes, fein ausgearbeitetes Eichenboot mit markantem Drachenkopf. Fast 14 Meter lang ist sein Rumpf. Es ist nicht einfach nur ein Modell, eigens gebaut zur Dekoration des großen restaurants – nein! Es handelt sich vielmehr um die „Wiking Saga“, die in Rust ihren letzten Hafen gefunden hat. Der lübecker Weltumsegler und abenteurer Burghard Pieske, geboren 1944, hat das offene Wikingerboot Anfang der 1990er Jahre originalgetreu bauen lassen. 1992 wagten er und zwei Mitfahrer sich damit auf eine sensationelle Reise von Dänemark über Norwegen, die Shetlands und die Färöer-Inseln nach Island, Grönland und bis nach New York. Viele Menschen denken noch immer, Christoph Kolumbus habe Amerika entdeckt.

Doch längst ist erwiesen: Die Wikinger waren früher da, viel früher! So gilt es heute als gesichert, dass Wikinger unter dem Kommando von Leif Eriksson um das Jahr 1.000 nach Christus als erste Europäer die so genannte neue Welt betraten. Eine Statue des berühmten Wikingerkriegers begrüßt die Gäste des Europa-Park bereits seit 2012 an der Holzachterbahn „Wodan – Timburcoaster“. Im neuen „Krønasår – The Museum-Hotel“ ist zudem die sich hinter dem Eingangsfoyer über zwei Stockwerke erstreckende Bar nach dem um 970 in Island geborenen Wikinger benannt.

 An der Decke des Restaurants Bubba Svens im neuen Hotel „Krønasår“ hängt
ein Boot mit abenteuerlicher Vergangenheit: die „Wiking Saga“ des Weltumseeglers Burghard Pieske

Expedition Wiking Saga
Für Burghard Pieske war Leif Eriksson das Vorbild für seine abenteuerliche Reise mit der „Wiking Saga“. Innerhalb von drei Wochen segelte er detailgenau die Route, die der Entdecker schon vor 1.000 Jahren nach Amerika genommen hatte. Zudem kam auch sein Drachenschiff ohne Kabine, Hilfsmotor oder elektronische Geräte aus. In seiner Reisebeschreibung „Expedition Wiking Saga“ schilderte er, wie er und seine beiden Begleiter ohne Kompass und Karten, nur mit Sonnenscheibe und zwei Raben als navigationshilfen an Bord, segelten und wie die Crew in einem Sturm um ihr Leben kämpfen musste. Dazu erlebten die Abenteurer eine phantastische Natur: „ich erinnere mich an einen Tag in Grönland von glänzender Transparenz“, beschrieb Pieske. „Im letzten Scheinwerferlicht der Polarsonne trieb, vor dem schon nachtdunklen Schlund eines Fjordes, eine monumentale Eisskulptur.“

Das moderne Seeabenteuer demonstrierte eindrücklich, wie die Wikinger es mit ihren mittelalterlichen Mitteln bis nach Amerika schaffen konnten. „Nur unglaublich qualifizierte Seeleute mit hervorragenden Schiffen können damals den Nordatlantik bezwungen haben“, war Pieske voller Bewunderung. Der Europa-Park hat die „Wiking Saga“ bereits 2012 als Dekoration für die damals neu eröffnete Holzachterbahn „Wodan – Timburcoaster“ erworben. Einige Jahre war sie im Themenbereich Island zu bewundern – nun ankert das Boot mit der abenteuerlichen Vergangenheit an der Decke des Bubba Svens, Drachenkopf voraus, so als sei es allzeit bereit, wieder Richtung neue Welt zu segeln.

Von Christoph Ertz